Vatikanische Museen zeigen die Welt in Bildern des „Osservatore Romano“
What happened
Paul Richard Gallagher spoke at Più di mille parole.
- Who
- Paul Richard GallagherHoly See · Santa Sede · Vatican City
- To whom
- Più di mille parole
- Kind of action
- Met, visited or attended
- Tone
- Positive
- When
- Oct 21, 2026
- Reported by
- Eugenio Murrali, Birgit Pottler, Vatican News Deutsch
Every action it reports: 9
- Andrea Monda cited Pope FrancisSaid or cited
- Andrea Monda cited Pope Leo XIVSaid or cited
- Più di mille parole showcases work from L'Osservatore RomanoSaid or cited
- Raffaella Petrini cited Giovanni Battista MontiniSaid or cited
Vatikanische Museen zeigen die Welt in Bildern des „Osservatore Romano“
Eugenio Murrali und Birgit Pottler
Ein Kind versucht, Wasser aus einer Schlammpfütze zu trinken. Eltern trauern um ihre im Krieg getöteten Kinder. Anderswo tanzen Menschen trotz ihrer Armut, ein Junge mit amputiertem Bein spielt Fußball, Kinder besuchen eine Schule unter freiem Himmel.
Es sind Bilder, die der „L’Osservatore Romano“ in den vergangenen Jahren veröffentlicht hat und die derzeit in den Vatikanischen Museen zu sehen sind. Die Ausstellung Più di mille parole. Immagini da L’Osservatore Romano (Mehr als tausend Worte. Bilder aus dem Osservatore Romano) ist seit dem 30. September in den Sälen XVII und XVIII der Vatikanischen Pinakothek zu besichtigen.
Von der ersten Ausgabe bis zu Leo XIV.
165 Jahre Zeitungsgeschichte zeigt die Ausstellung, und die Welt in dieser Zeit. Am 1. Juli 1861 erschien die erste Ausgabe des „L’Osservatore Romano“ in italienischer Sprache. Historische Titelseiten dokumentieren die Papstwahlen von Leo XIII. bis Leo XIV. und zugleich die Entwicklung der Zeitungsgestaltung: von großformatigen Textseiten über die ersten Fotografien bis zum heutigen farbigen Erscheinungsbild.
Entscheidend war die grafische Neugestaltung vom 4. Oktober 2020. Seitdem nehmen Fotografien und Illustrationen mehr Raum ein, insbesondere auf den Titelseiten. Ein Part der Ausstellung zeigt Titelseiten mit Fotografien, die ein Journalistenteam unter der Leitung von Piero Di Domenicantonio und Gaetano Vallini zusammengestellt hat. Sie spiegeln die Spannung wider, die auch das journalistische Selbstverständnis der Zeitung und den Redaktionsalltag bestimmt: Krieg, Armut und menschliches Leid sind ebenso Thema wie Hoffnung und Solidarität.
Chefredakteur Andrea Monda führt diese Entwicklung auch auf die Zeit unter Papst Franziskus zurück. Schon dessen Sprache sei ausgesprochen bildhaft gewesen. Franziskus habe öffentlich wie auch im persönlichen Gespräch immer wieder betont, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagen könne.
Bilder als Schlüssel zum Verständnis
Andrea Monda sieht in den ausgestellten Bildern eine Art Biblia pauperum, eine Bilderbibel. Er erinnerte dabei an die Predigt von Papst Leo XIV. in der Kathedrale von Metz, in der dieser die Kirchenfenster als eine „überaus reiche Biblia pauperum“ bezeichnet hatte, als Quelle des Gebets und der Meditation im Licht unzähliger Farben.
Die Fotografien des „L’Osservatore Romano“ zeigten unsere Gegenwart, erklärte die Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta. Tag für Tag wähle die Zeitung Bilder aus, um die Wirklichkeit um uns herum zu beschreiben, die Gegenwart sichtbar zu machen und sich die Zukunft vorzustellen.
Schon der Titel der Ausstellung erinnere an eine einfache Wahrheit, betonte Erzbischof Paul Richard Gallagher bei der Eröffnung: Bilder könnten mit ihrer Unmittelbarkeit etwas vermitteln, was viele Worte manchmal nur schwer ausdrücken könnten. „Eine Fotografie, eine Zeichnung, eine Illustration können einen Text nicht nur begleiten, sondern auch einen Schlüssel zu seinem Verständnis bieten und uns gewissermaßen helfen, die Wirklichkeit mit neuen Augen zu betrachten.“
Der „L’Osservatore Romano“ diene nicht nur der Information, sondern auch der Bildung. Die Präsidentin des vatikanischen Governatorats, Schwester Raffaella Petrini, erinnerte an die Worte des späteren Papstes Paul VI., der die Vatikanzeitung 1961 anlässlich ihres hundertjährigen Bestehens als „eine ganz außergewöhnliche Zeitung“ bezeichnet hatte.
„Die Berichte und Reportagen erzählen jeden Tag, was geschieht. Doch die Bilder sprechen oft noch weiter, wenn die Seiten längst archiviert sind und die Nachrichten ihren Neuigkeitswert verloren haben.“ Vielleicht sei dies der wichtigste Aspekt, so Petrini weiter: die Seiten vergangener Ausgaben in einen lebendigen Ort zu verwandeln, an dem Vergangenheit und Gegenwart einander begegnen.
Die Handschrift der Illustratoren
In einem zweiten Teil der Ausstellung rücken die Illustrationen und ihre Zeichner in den Mittelpunkt. Gezeigt werden Arbeiten für die regelmäßigen Rubriken des „L’Osservatore Romano“, darunter Bilder zu den Sonntagsevangelien und den Katechesen des Papstes. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Filippo Sassòli, dem der römische Palazzo delle Esposizioni erst 2025 eine eigene Ausstellung widmete, sowie von José Corvaglia.
Seit Januar 2025 erscheinen auf der letzten Seite der Samstagsausgabe zudem großformatige Illustrationen zu literarischen Erzählungen, die italienische Autorinnen und Autoren eigens für den „L’Osservatore Romano“ verfassen. Auch diese Verbindung von Literatur und Zeichnung findet sich in der Ausstellung wieder, unter anderem mit Arbeiten der italienischen Malerin und Illustratorin von Giulia Culicchia.
An einem Lesetisch können Besucher durch Ausgaben des „L’Osservatore Romano“ sowie die Monatszeitschriften Donna, Chiesa, Mondo und L’Osservatore di Strada blättern.
Die Ausstellung Più di mille parole ist noch bis Ende November in den Vatikanischen Museen zu sehen. Der Besuch ist im regulären Eintrittspreis inbegriffen.
(vatican news)
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