Parolin: Recht muss KI steuern und Ungleichheiten abbauen
What happened
Pope Leo XIV issued Magnifica Humanitas.
- Who
- Pope Leo XIVCatholic Church · Holy See · Vatican City · Metz
- To whom
- Magnifica Humanitas
- Kind of action
- Wrote, signed or issued
- Tone
- Mixed
- When
- Oct 21, 2026
- Reported by
- Vatican News Deutsch
Every action it reports: 6
- Pietro Parolin called for regulating Artificial IntelligenceSaid or cited
- Pietro Parolin cited encyclical of Pope Leo XIVSaid or cited
- Pietro Parolin discussed Magnifica HumanitasSaid or cited
- Pietro Parolin invoked Catholic Social TeachingSaid or cited
Parolin: Recht muss KI steuern und Ungleichheiten abbauen
Mit Blick auf die erste Enzyklika von Papst Leo XIV., „Magnifica humanitas“, betonte Parolin, technologische Innovationen seien nicht neutral. Sie könnten gesellschaftliche Teilhabe und Gerechtigkeit stärken, aber auch Kontrolle und Ungleichheit vergrößern. Deshalb brauche es angemessene gesetzliche Regelungen, die die Menschenwürde schützten und die Macht der Technologie begrenzten. Entscheidungen dürften nicht allein automatisierten Systemen und Algorithmen überlassen werden, da das Recht sonst seine Ausrichtung an einer konkreten, materiellen Gerechtigkeit verliere.
Parolin griff insbesondere das fünfte Kapitel der Enzyklika auf, das sich mit dem Verhältnis von Macht und einer Kultur der Liebe befasst. Der Kardinal warnte vor einer Entwicklung, in der private, häufig international tätige Technologieunternehmen über immer größere Ressourcen und Einflussmöglichkeiten verfügten, während staatliche Institutionen an Steuerungsfähigkeit verlören. Auch im internationalen Kontext werde Recht zunehmend durch die Ausübung von Macht verdrängt. Dies zeige sich unter anderem in der Krise des Multilateralismus und in der wachsenden Normalisierung von Kriegen.
KI muss Aufbau einer menschlicheren Gemeinschaft dienen
Zugleich unterstrich Parolin, künstliche Intelligenz müsse dem Aufbau einer menschlichen Gemeinschaft dienen, die auf gemeinsamen Rechten und Pflichten beruhe. Dafür seien die Prinzipien der katholischen Soziallehre maßgeblich: die universelle Bestimmung der Güter, die Subsidiarität, die Solidarität und die soziale Gerechtigkeit. Dazu gehöre auch, den oft unsichtbaren und ausgebeuteten Arbeitsaufwand anzuerkennen, der hinter algorithmischen Systemen stehe, sowie einen gerechten Zugang zu Technologien und Bildung zu gewährleisten.
Aus der Enzyklika leitete Parolin drei Leitlinien für Juristen und Diplomaten ab: Sie sollten erstens die Sprache entschärfen und Dialog sowie gegenseitigen Respekt fördern, zweitens die Perspektive der Opfer einnehmen und das Leid von Zivilbevölkerung, Vertriebenen und Flüchtlingen berücksichtigen und drittens einen gesunden Realismus pflegen. Dieser dürfe Politik weder auf moralische Appelle reduzieren noch der Gewalt überlassen werden. Stattdessen brauche es glaubwürdige Institutionen, überprüfbare Garantien, geduldige Verhandlungen und eine wirksame Konfliktprävention.
Leitlinien für Diplomaten und Juristen
Mit Blick auf bewaffnete Konflikte warnte der Kardinal davor, Krieg als normales Mittel zur Lösung internationaler Spannungen zu betrachten. Er verwies auf den Aufruf des Papstes, die Theorie des „gerechten Krieges“ zu überwinden, welche allzu oft zur Rechtfertigung von Kriegen herangezogen werde. Das Recht auf Selbstverteidigung bleibe dabei im engsten Sinne bestehen. Angesichts der Zerstörungskraft moderner Waffen und der Unvorhersehbarkeit technologischer Entwicklungen sei es jedoch kaum möglich, die Folgen eines Krieges auf gerechte Grenzen zu beschränken.
Parolin schloss mit dem Appell, Regeln zu schaffen, die künstliche Intelligenz wirksam steuern, Ungleichheiten abbauen und mehr Gerechtigkeit ermöglichen. Das Recht müsse sich als konkretes Instrument zum Schutz von Freiheit, Menschenwürde und menschlichen Beziehungen bewähren.
(vatican news - cs)
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